Benigne (gutartige) Tumoren im Analbereich können als gestielte Anhangsgebilde aus dem Analkanal vorfallen. Sie stören meist als kleine Knötchen und sind leicht zu entfernen. Es gibt allerdings Übergangsformen in bösartige Tumoren. Im Zweifelsfall ist immer eine Entfernung oder Probebiopsie zu empfehlen.

Marisken sind harmlose Hautlappen, die die Analhygiene erschweren. Sie sind leicht zu beseitigen.

Feigwarzen (Condylomata acuminata) beruhen auf einer Virusinfektion und sollten beseitigt werden, da sie sich weiter ausbreiten, u. U. bis in die Genitalregion. Einige Virustypen begünstigen die Entstehung von bösartigen Tumoren.Die Abtragung mit dem Laser ist sehr wirksam und gleichzeitig schonend.

Analkarzinom: Der häufigste bösartige Tumor des Analbereichs ist anders als das Rektumkarzinom (Mastdarmkrebs) durch Radiochemotherapie mit großer Wahrscheinlichkeit heilbar, so dass man auf eine radikale Operation meistens verzichten kann. Die Aufgabe des primär damit befassten Proktologen beschränkt sich somit auf die Sicherung der Diagnose durch Biopsie und Überprüfung der Tumorausbreitung und Organisation der Radiochemotherapie. Wichtig ist die proktologische Kontrolluntersuchung zur Überprüfung des Therapieerfolges, meist mit einer Kontrollbiopsie. Dies gilt insbesondere für das Analkanalkarzinom. Beim Analrandkarzinom kann bis zu einer bestimmten Größe (T2) lokal exzidiert werden. Dies gilt auch für das Basaliom und verschiedene semimaligne Tumoren. Ausführlich informiert hier meine Publikation im Focus Onkologie (->) über die verschiednen Tumorarten und ihre differenzierte Behandlung.

Mehr in -> Im Focus Onkologie (PDF 258 KB)

Das Rektumkarzinom (der Mastdarmkrebs) muss unbedingt vom Analkarzinom unterschieden werden. Im Gegensatz zum Analkarzinom ist es definitiv nur durch Operation zu heilen. Allerdings wird die operative Behandlung auch hier durch Radiochemotherapie unterstützt, um die Prognose zu verbessern.

Mehr in -> Vorlesung über das kolorektale Karzinom (PDF 8,7 MB)